Teil eines Werkes 
9. Bd. (1815)
Entstehung
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dann die in der Wirklichkeit nachgebildeten Cle⸗ mentinen, Clariſſen, Lianen, Klotilden, Mignons u. ſ. w.?

Und wo waͤre ihre Welt? Die iſt im Hei⸗ ligthum der ſchaffenden Dichterkraft! Da ſchla⸗ fen ſie in ihren Keimen, bis der Dichter ſie ins Leben hervorruft. Er haucht ſie an, und ſie geſtalten ſich; er kleidet ſeine innere Schoͤpfung in Sprach' und Bild, und uͤbergiebt ſie ſo dem unſterblichen Leben im klaſſiſchen Werke. Das iſt ihr eigentliches Leben.

Clement. Aber darf man denn ſolche Charaktere nicht ſtudiren, um ſich das Schoͤne und Herrliche davon anzubilden?

Corn. Alles Angebildete iſt Lack und Fir⸗ niß. Das Hohe, Herrliche, wohnt tief inwen⸗ dig im Menſchen. Geweckt kann es werden, aber nicht durch Muͤhen dahin gebracht, wo es nicht ſchon war.

Clement. Und doch erzieht man uns durch Nacheiferungstrieb, durch Muſter, die man uns vorhaͤlt zu allem Guten und Schoͤnen!

Corn. Mit gutem Erfolg aber wozu? Zur aͤußerlichen Zucht! zum Schicklichen!