Teil eines Werkes 
9. Bd. (1815)
Entstehung
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Fruͤhlings⸗Erdenwallen.

Fruhling ſchwebt auf Sylfenfluͤgel, Früͤhling ſinkt im goldnen Stral

Von dem ewiggruͤnen Huͤgel

In der Hoffnung ſtilles Thal.

Ihn, den Schönſten, ſieht man wallen Durch der regen Waͤlder Luſt;

Ihm, dem Schoͤnſten, zu gefallen, Schwillt der Blumen junge Bruſt.

Zarte Gloͤckchen ſteh'n am Wege;

4 Weiß, wie Schnee im Mondenlicht, Senkt im grunen Wildgehege Maienblum' ihr Angeſicht.

Auch im Nonnenſchleier ſchlagen Maͤdchenherzen liebewarm; Doch die ſcheuen Blicke ſagen Nichts von ſtiller Sehnſucht Harm.