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Fruͤhlings⸗Erdenwallen.
Fruhling ſchwebt auf Sylfenfluͤgel, Früͤhling ſinkt im goldnen Stral
Von dem ewiggruͤnen Huͤgel
In der Hoffnung ſtilles Thal.
Ihn, den Schönſten, ſieht man wallen Durch der regen Waͤlder Luſt;
Ihm, dem Schoͤnſten, zu gefallen, Schwillt der Blumen junge Bruſt.
Zarte Gloͤckchen ſteh'n am Wege;
4 Weiß, wie Schnee im Mondenlicht, Senkt im grunen Wildgehege Maienblum' ihr Angeſicht.
Auch im Nonnenſchleier ſchlagen Maͤdchenherzen liebewarm; Doch die ſcheuen Blicke ſagen Nichts von ſtiller Sehnſucht Harm.


