Teil eines Werkes 
8. Bd. (1815)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

29 war des Koͤnigs Gegenfrage. Wie ſollte ich nicht? antwortete ſie mit noch hoͤherer Roͤthe; uͤber mir walten die Goͤtter!. Die Prieſter tobeten, raſeten, ihren Plan verungluͤckt zu ſehen. Der Koͤnig zerriß ſeine Kleider ob den Botſchaften, die aus den Huͤtten der Neuvermaͤhlten kamen; er fuͤhlte, wie uͤbel er ſeinen Toͤchtern gerathen hatte, und Unter⸗ handlungen mit den Prieſtern ſagten ihm, wie falſch die Auslegung der Goͤtterſtimme von ihm verſtanden ward. Dieſem Uebel war ja noch abzuhelfen! Heimliche Geſandten kamen zu den Frauen der Pſoleer*); die Verbrechen und Strafe ſaͤende Ate freute ſich des allmaͤhligen Aufgehens ihrer Saat; aber Alcippe und Alcathoe waren keine Danaiden: ſie erklaͤrten, ſo elend ſie⸗

waͤren, ſolle doch weder Gift noch Dolch ſie retten.

*) Psolei nannte man die Gatten der Minyaden, wegen der elenden, traurigen Kleidung, die ſie, nach dieſer Dichtung, als Abzeichen ihres Stan⸗ des nach bewaͤhrtern Zeugniſſen, als Zeichen der Trauer uͤber das nachmalige ungluͤckliche Geſchick ihrer Gemahlinnen trugen.