Teil eines Werkes 
8. Bd. (1815)
Entstehung
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zu nehmen, die ihnen das blinde Glück in die Arme warf. Zitternd, weder erfreut noch be⸗ gluͤckt, nahmen ſie die ſtolzen Braͤute von des Vaters Hand, und fuͤhrten ſie heim; ihnen folgten des Koͤnigs Geſchenke. Mittlerweile war das Loos auch uͤber die holde Leucippe geworfen worden; es beſtimmte ihr einen zarten, leichtbekleideten Juͤngling, den man, nach dem Roſſe, das er an der Hand fuͤhrte, fuͤr einen der Stallbedienten des Koͤnigs halten mußte. Niemand kannte ihn, und als er heraufgefuͤhrt werden ſollte, die zitternde Braut in Empfang zu nehmen, da war er verſchwun⸗ den. Der Koͤnig, entzuͤckt ſein Liebſtes gerettet zu ſehen, hielt nicht fuͤr gut, das Loos zum zweitenmal zu werfen. Er hatte gethan, was das Schickſal fordern konnte, und gelobte einſt⸗ weilen, die Tochter dem Unbekannten aufzube⸗ wahren, und ihm ihre Hand zu reichen, ſobald er ſich melden wuͤrde. 4 Und iſt das dein ernſter, ernſter Wille? fragte die erroͤthende Leucippe, als ſie von dem Vater in den innern Pallaſt zuruͤckgefuͤhrt

wurde. Und folgſt du dieſem Willen gern?