Teil eines Werkes 
8. Bd. (1815)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25

Was geſchehen mußte, ſollte eilend geſchehen. Sa reckliche Traͤume hatten ihm Eile geboten. Er gab ſeine Befehle, und erkuͤnſtelte die moͤg⸗ lichſte Faſſung, um die Prinzeſſinnen, die er vor ſich fordern ließ, mit Heiterkeit zu em⸗ pfangen.

Meine Kinder, ſagte er, der Wille der Goͤtter muß erfuͤllt werden: ihr werdet heute eure Gemahle ſehen. Der Stand, aus welchem ſie euch das Loos waͤhlen wird, iſt euch geſtern kund worden. Ich erwarte von euch keinen Widerſpruch.

Alcippe und Alcathoe ſchwiegen. Es waren in dieſer Nacht Geſandtſchaften aus dem Tempel bei ihnen geweſen, man hatte ihnen geſagt, welch ein Loos ihrer wartete, und endlich hatte man ihnen begreiflich gemacht, daß der Stand der Koͤniginnen, welcher das geringſte war auf das ſie rechneten, von dem, die ihnen die Hand ihrer kuͤnftigen Gemahle geben ſollte, nicht ſo gar verſchieden ſei. Sie mußten glauben; ſie waren in ein Schickſal ergeben, das ſie nun einmal nicht vermeiden konnten, und ſchwiegen