Teil eines Werkes 
8. Bd. (1815)
Entstehung
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und aus ſeinem Herzen draͤngte ſich die Frage: Womit ſoll ich die Goͤtter verſoͤhnen?

6 Ruͤckkehr! war die einfache Antwort, nicht wie andre Goͤtterſpruͤche in Doppelſinn verhuͤllt; Ruͤckkehr von dem, womit du ſie beleidigteſt! Du wollteſt dich unter ſie ſetzen: ſteige zu den Menſchen herab, und deine liebſten Schaͤtze gieb den Armen.

Deutlich, zu deutlich war, was der Koͤnig vernommen hatte; wollte er außer ſeinem eige⸗ nen Herzen einen Ausleger haben, ſo durfte er ſich nur an Leucippen wenden, der Sinn ihrer reinen Seele konnte nicht truͤgen; aber er fragte nicht ſich, nicht ſie, er fragte die Prieſter: durch ſie entſtand folgende Auslegung:

Dein hoͤchſtes Verbrechen, o Koͤnig, war der Stolz, mit dem du dich unter die Goͤtter ſetzen wollteſt; das iſt, du wollteſt nicht nur vihnen Tempel bauen, du wollteſt auch die Ge⸗ heimniſſe ihrer Prieſter mit uns theilen; ſteig herab von der Hoͤhe, auf die du dich wagteſt. Der ſpiegelglatte Boden im Tempel der Goͤttin viſt Sinnbild unſers ſchluͤpfrigen Pfades; dir viſt es vergoͤnnt, auf babyloniſchen Decken zu