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„ſo hell auch deine Stimme dem reinen Herzen „toͤnt, Goͤttin der Wahrheit und des Rechts iſts „hier, daß du wohnſt? Mein Herz hat dich „geſucht! Es ſehnt ſich, vor dir zu weinen und
„dich zu fragen.— Schwer wird mir der Weg „des Rechts. Leidenſchaften machen ihn uneben. „Lehre, o lehre mich ihm treu ſeyn!“
Stumme, nur den Goͤttern hoͤrbare Gebete endigten dieſen Eingang; ihr ward keine woͤrt⸗ liche Antwort, aber ihre Augen klaͤrten ſich auf. Die Daͤmmerung im Tempel ward Licht. Als ſie ſich erhob, umherzuſchauen, ſagten ihr lehrende Bilder ihre Pflicht, und getroͤſtet ging ſie von dannen. Jene ſchwarze gefluͤgelte Geſtalt in der weſtlichen Ecke, ſagte ſie zu ſich ſelbſt, indem ſie den Tempel verließ und in die Nacht des umgebenden Waldes hinabſtieg, jener Engel mit dem Sternen⸗ kranz— er iſt der Genius des Todes, der große Aufloͤſer aller Dinge; ihn darf ich nie aus den Augen verlieren. Jene große ſchoͤne Frau in Oſten mit der Wage und dem Zuͤgel— ſie lehrt richtige Schaͤtzung und Hemmung des Ueber⸗
maßes. Die mittaͤgliche Geſtalt mit dem ernſten J. f. F. II. J. 1, H. 2


