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nur wankende ungewiſſe Umriſſe der umgebenden Saͤulen und der Goͤtterbilder, die in den Niſchen umher hohlaͤugig herabſchaueten; doch laͤngſt der hohen Gallerie, die ſich, dem koͤniglichen Lager gegenuͤber, nach einem entfernten Fluͤgel des Pallaſts hinabzog, ſchwebte eine lichte wehende Flamme, die ſich zuletzt in der Gegend des Gynaͤceums verlor.
Es iſt der Genius des Hauſes, der men⸗ ſchenwarnende Caſtor, oder ſein unſterblicher Bru⸗
der, ſo ſagte der Koͤnig, und wandte ſich auf
die andre Seite, um durch heitrere Traͤume das Warnungsbild zu verdraͤngen, das ihm, im Schooße des Gluͤcks gealtert, ſo neu als unwill⸗ kommen war.
Jeder Morgen brachte dann neue Opfer zu
den Altaͤren der Hausgoͤtter, neue Schenkungen
an ſelbſt erbauete Tempel, neuen Troſt von den befragten Prieſtern:—„Es war ein Traum; „die Himmliſchen wuͤrden doch dem Sohne des „großen Orchomenos Gutes weiſſagen!“ Minyas war der Sohn eines großen Man⸗ nes, aber nicht ſelbſt groß. Er genoß der Ehre, durch einen Helden von Goͤttern abzuſtammen,


