Teil eines Werkes 
8. Bd. (1815)
Entstehung
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unbedingte Reſignation gegen laſtende Verhaͤlt⸗ niſſe. Die Milde ihres Weſens hindert das Feſte, das Entſchiedene deſſelben nicht.

Dies Feſte, Entſchiedene, bei ſo viel Milde,

Freundlichkeit, Nachgiebigkeit, Entgegenkommen,

iſt bewundernswuͤrdiger, als alles. Gilt es ein beſtimmtes Urtheil, einen Entſchluß: ſie. faſſet ſie richtig, faſſet ſie ſchnell, und nun bleibt's dabei. Sie bedarf keines kuͤnſtlichen Fragens, keines muͤhſamen Abwaͤgens, ſelbſt keines lan⸗ gen Sinnes: die Sache ſteht klar vor ihr, ſie darf ihrer Anſicht vertrauen, und ſie that das auch ohne Hehl und Furchtſamkeit. So iſt es mit dem Leben und ſeinen Verhaͤltniſſen, ſo iſt es auch mit Literatur und Kunſt. Die letztern koͤnnen ihr noch vertrauter, ihre Urtheile moti⸗ virter, begruͤndeter werden aber anders ſchwerlich.

Ihr Herz ſchlaͤgt warm fuͤr Freundſchaft; und doch iſt ihr Freundſchaftsgefuͤhl nicht vor⸗ ſchnell und heftig, ſo daß man um ſeine Dauer aͤngſtlich ſeyn koͤnnte. Wer ſie in haͤuslichen und muͤtterlichen Verhaͤltniſſen geſehen hat, iſt um ein Bild reicher, von dem Zarteſten, was