Teil eines Werkes 
8. Bd. (1815)
Entstehung
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Lieblich ſtellt ſich aber ſelbſt dieſe Tiefe dar, denn ſie erſcheint immer zwiſchen den holden Ge⸗ ſtalten der Weiblichkeit und Jugend. In dem, was Klotilde ſagt, erkennet man etwas Ausge⸗ zeichnetes; nicht in dem, wie ſie es ſagt. Die Verhaͤltniſſe und Annehmlichkeiten des gewoͤhn. lichern Lebens beurtheilt, behandelt, genießt ſie, wie jedes lebhafte junge Weib von Geiſt und Herzensguͤte. Sie plaudert, ſie ſcherzt, ſie ſingt gern, und iſt dann ganz dabei. Sie liebt einen einfachen, aber gewaͤhlten, und vornehm⸗ lich gut bezeichnenden Ausdruck im Geſpraͤch ohn⸗ gefaͤhr eben ſo, wie einen einfachen, aber ge⸗ waͤhlten, und vornehmlich eigends zuſagenden Anzug, wo ſie auch erſcheine. Alles, was Koket⸗ terie heißen kann, iſt ihr ſo fremd, daß es ihr, ſelbſt an dem ſchoͤnſten und feinſten Weibe, faſt eben ſo auffaͤllt, als ob es Baß ſpraͤche.

Die Horoſkope haben das Zutraun verlo⸗ ren; das aber darf man Klotilden mit Gewiß⸗ heit ſtellen: ſie wird nie ungluͤcklich werden durch das, was die meiſten ihres Geſchlechts und Standes ungluͤcklich macht durch Leicht⸗ ſinn, oder dahinreißende Leidenſchaftlichkeit, oder