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charakteriſtiſchen Weſens der Menſchheit. Der Menſch iſt zwar kein geborner Bildner, aber er iſt zum Bildner geboren. Jeder, in dem der Funke der Menſchheit nur einigermaßen glimmt, bildet irgend etwas, und fuͤhlt ſich wahrhaft belebt nur ſo lange er bildet. Der Landmann ſchafft oͤde Plaͤtze zu bluͤhenden Ge⸗ hegen um, der Kuͤnſtler den rohen Stoff des Steines oder der Farben oder der Toͤne zu harmoniſcher Form, der Regent die Maſſe des Volks zur organiſchen Geſellſchaft, der Weiſe das getrennte Leben des Einzelnen zur begluͤck⸗ ten Vereinigung Aller. Kurz, alles wahre Leben geht auf Bilden aus; und wir moͤgen in der Welt blicken wohin wir wollen, uͤberall werden wir Spuren des Bildens, aber auch nur auf dieſen Spuren den Gang des Gedei⸗ hens erblicken; denn ganze Voͤlker, wie einzelne Menſchen, zerſtoͤren ſich und gehen unter, wenn die bildende Kraft in ihnen verliſcht. Dieſe letztere alſo immer rege zu erhalten muͤſſe ein Hauptgeſchaͤft unſers Lebens ſeyn. Und wie⸗
wol nicht jeder Tag fuͤr dieſes Geſchaͤft gleich
guͤnſtig iſt, ſo muͤſſe doch keiner vergehen, an


