66—
Verborgenheit fand; ein Mann, deſſen Privat⸗ leben den Stoff zu dem allerintereſſanteſten Ro⸗ man liefern wuͤrde, ſo wie ſein oͤffentliches Leben ihn einſt Blicken unſers Welttheils preisgab: dieſer Mann, Moritz Armfeld, war An⸗ fuͤhrer der Schweden.—
Ich zitterte fuͤr Comolli's Leben, deſſen oͤftre Briefe mich indeſſen zu beruhigen ſtreb⸗ ten. Uebrigens zog aber mein Auge und mein Herz ſich mehr von dem Schauplatz der Zeit⸗ begebenheiten zuruͤck, um einzig meiner Mutter zu leben, die nur geneſen war, um leiſer und allmaͤhliger zu vergehen. Die Groͤße dieſes mir bevorſtehenden Verluſtes beugte mich dar⸗ nieder. Sie, die Sanfte, die Fromme, ſie, vom Morgenroth jener Welt ſchon verklaͤrt, ſchien nur noch auf Erden zu weilen, um die Herzen, die ſie liebte, zu troͤſten und zu ſtaͤr⸗ ken. Mit Segen und unendlicher Liebe auf uns zuruͤckblickend, war es ihr letztes Erden⸗ geſchaͤft, mich zu lehren, wie ich ihren Verluſt tragen koͤnne, tragen muͤſſe.— Um dieſes Ster⸗ bebette war es fuͤr jede ungeſtuͤme Klage, fuͤr jeden heftigen Affekt, zu heilig und zu ſchaurig.


