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Der Rabe flog nun naͤher, buͤckte ſich von ſeinem Zweige gegen Florio, und be⸗ dankte ſich eben ſo artig, wie der Goldkarpfen fuͤr ſein Leben. Dabei verſprach er den Dienſt niemals zu vergeſſen und bei ſchicklicher Gele⸗ genheit zu vergelten.
Raben ſind geborne Schwaͤtzer— dachte Florio— indeſſen muß man geſtehn, daß dieſer beſſer ſpricht als ſeine Bruͤder und Vet⸗ tern. Damit ſetzte er ſeinen Weg fort.
In dem Walde, durch welchen er ritt, bemerkte er eine Menge Vogelſchlingen, in welchen unzaͤhlige Voͤgel ſich gefangen hatten. Auf einmal hoͤrte er eine Eule gar jaͤmmer⸗ lich ſchreien. Sie hatte ſich in den Schlingen verwirrt, und war von vergeblichem Flattern faſt zum Tode ſchon erſchoͤpft. Florio machte ſich Bahn durch Geſtripp und Buſch, zog ſeinen Degen und ſchnitt die Schlingen ent⸗ zwei. Die gerettete Eule war ungemein er⸗ freut, ſie ſeufzte ihren Befreier ſchmachtend an, ſagte ihm tauſenderlei artige Dinge, und verſprach ihm die ſicherſte Vergeltung ſeines Dienſtes.
Selene II. 9. H.


