Teil eines Werkes 
6. Bd. (1815)
Entstehung
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folgte ihm nach Koͤnigsberg, mußte aber, mit ſo vielen, bis auf weiteres, entlaſſen werden. Er ging mit Frau und Kindern nach Schle⸗ ſien zuruͤck, woher ſeine Frau gebuͤrtig war. Er, ganz ohne Vermoͤgen, hatte dieſe aus herzlicher Liebe, aber wider Willen ihrer Ael⸗ tern und Verwandten geheirathet. Die Aeltern waren bald nach einander die Mutter fruͤher, der Vater vor ganz kurzem, geſtorben. Die Tochter war enterbt. Die Verwandten konnten oder wollten nichts fuͤr ſie thun. Kurz, die Fa⸗ milie war in den traurigſten Umſtaͤnden. Von groͤßter Noth bedraͤngt, ging der ungluͤckliche Mann uͤber die Grenze, Dienſte bei unſerm Monarchen zu ſuchen. Kaum war er aber auf fremdem Boden, als ihm der Gedanke, ſeinen Koͤnig zu verlaſſen, der ſeiner doch vielleicht wieder beduͤrfte, doppelt ſchwer auf die Seele ſiel; gleichwol wußte er keine andere Rettung. Er machte die Reiſe durch Boͤhmen zu Fuß, und mit jeder Meile vermehrte ſich jene Laſt auf ſeiner Seele. Unſer Graf war eben zum Beſuch auf dem Schloſſe ſeines Freundes, des Grafen*** in Boͤhmen,