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daß es hier fuͤr ſein Steckenpferdchen fette Weide gebe, uͤbrigens Andreas, durch Chri⸗ ſtels Arretirung und die Thraͤnen ſeines Wei⸗ bes tief erſchuͤttert, freiwillig aller perſoͤnli⸗ chen Genugthuung entſagt hatte, ſo war an Fortſtellung der Unterſuchung gar nicht weiter zu denken. Auch Joſeph mußte herbeigeholt werden; man machte ſogleich einige Experi⸗ mente; der Graf ſah vieles, wovon er vor⸗ her nichts geahnt hatte, und gewann den jungen Marino wegen ſeines feinen Anſehens und guten Betragens außerordentlich lieb. Er gab ihm daher ſelbſt unter den Fuß, ſeine Kenntniſſe bei der Bergakademie pruͤfen und ſich alhier anſtellen zu laſſen: der aͤltere und juͤngere Marino hatten nichts dawider, und der Graf nahm Joſeph bei ſeiner Abreiſe ſo⸗ gleich mit ſich. Joſeph, der ihm gar nicht mehr von der Seite durfte, gewann nur mit Noth einige Augenblicke, um ſeine Chriſtel einmal zu kuͤſſen, und ihr zu ſagen, ſie ſolle ihm fein treu bleiben; er komme bald wieder, um ſie zu heirathen!
Waͤhrend Joſephs Abweſenheit kam der Selene II. 8. H. 6


