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in der Celebritaͤt, die ihm dieſes Hiſtoͤrchen verſchaffte.
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Der beruͤhmte Fabeldichter Laf ontaine war im Umgange noch viel naiver und poſſirli⸗ cher, als ſelbſt in ſeinen Erzaͤhlungen; und zwar war er's vornaͤmlich durch ſeine faſt immer⸗ wahrende Zerſtreutheit, in welcher er, dem Grade nach nicht nur, ſondern auch der Art vach, unſerm Georg Benda auffallend aͤhnlich erſchien. Um ſein Haab' und Gut, um alle ſeine aͤußern Verhaͤltniſſe war er ſo ganz unbe⸗ ſorgt— und konnte nicht anders— daß er immerfort eine Art Vormund brauchte und ohne Fuͤrſorge Anderer zu Grunde gegan⸗ gen waͤre. Die gebildeten Frauen am Hofe Ludwigs XIV. uͤbernahmen vornaͤmlich dieſe Fuͤrſorge, trugen zuweilen ſchwer an ſeiner Apathie und Vergeſſenheit, thaten's aber doch gern, und er vergalt es ihnen mit Verſen, Ge⸗ ſchichtchen und Einfaͤllen ohne Zahl. Die Herzogin von Bouillon fuhr eines Morgens nach Verſailles und ſah' ihn in tiefen Gedan⸗
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