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Alter Mann.
Nicht wahr? nur tauſend ſolche in Venedig jetzt:
Das goldne Buch. Anniello winkt zu ſchweigen. Was da: ich ſchweige nie,
Wenn ich'was Gutes weiß! das goldne Buch
Blieb ohne Unterſchrift! und jene Wacht
Der fremden Soͤldner bebt' in ihrem Stahl!
Doch jetzund braußt die Herrſchſucht durch Venedig,
Wie Herbſtſturm durch den Wald, unaufgehalten;
Den jungen Anflug hat man ausgereutet;
Wir alten Staͤmme— ja, wir ſtehn nun wohl,
Doch hemmen koͤnnen wir den Sturm nicht mehr;
Kaum faßt er uns, ſo fallen unſre Blaͤtter
Und morſchen Aeſte.
Aniello. Doch dein Sohn? Alter Mann. Iſt todt!—
Du Friedefuͤrſt, verleih ihm ewgen Frieden!— Als Gradenigo vor Neapel zog, Zuerſt des Hermelins ſich werth zu zeigen, Da ſprach mein Sohn: das iſt ein guter Krieg: Da bleib' ich nicht! da ruft der Mann mich hin!


