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Die Macht einer ſchoͤnen Pflicht zwingt mich, dir noch einmal zu ſchreiben, dir jetzt zu ſchreiben, da mich Bande der Religion auf ewig von dir reiſſen, von dir, an den mich jede Stunde der Einſamkeit noch immer mit ſchoͤnſter Erinnerung knuͤpſte. Ein wichtiger Schritt zwingt mich von nun an, dieſe Ein⸗ ſamkeit zu fliehen, die mir ſo manchen ſuͤßen Genuß gewaͤhrte, um im Geraͤuſche des Le⸗ bens den Vorſaͤtzen getreu zu bleiben, die ich hier fuͤr meine Pflicht gefaßt habe.
Laß dich, mein getreuer Freund! den ern⸗ ſten Eingang meines Briefes nicht befremden! Ruhig, wie einſt im ſchoͤnen Ernſt deiner Ju⸗ gend, der ſo oft deiner Freundin Staͤrke gab, uͤberſieh auch jetzt dieſe Zeilen von der Hand der einſt geliebten, nie vergeßnen Freundin, und das Zittern derſelben ſage dir, wie Schmerz und Liebe in ihrem Herzen mit ei⸗ ner ſchweren Pflicht kaͤmpfen, deren widerſtre⸗ bende Gewalt ſie erſt in dieſen Augenblicken in ihrer ganzen Kraft empfindet.— Mit dem edlen Stolze, der uns einſt deine Bekanntſchaft ſchenkte;— mit der ſchoͤnen Ruhe, mit der


