48
wenn er will. Ihm befſiehl du deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohl machen. Und alſo— friſch auf! die Fuͤße geruͤhrt!—
Es war ein wunderſchoͤner Abend. Die Luft war ſtill und warm, der Himmel klar, die Sterne erhelleten meinen Pfad, bald er⸗ ſchien auch das erquickende Licht des Mondes; kein lebendes Weſen begegnete mir, und alle Gefahr ſchien voruͤber. Gleichwol— wunder⸗ bar genug— gleichwol war ich kaum allein, hatte kaum niemand mehr, auf den ich mich ſtuͤtzen konnte und der mein Schickſal gewiſſer⸗ maßen mit mir theilte: ſo erwachte alle meine weibliche Furchtſamkeit wieder, und nicht nur jedes Luͤftchen, das im Laube der Baͤume ſpiel⸗ te, ſondern ſelbſt die Stille der Nacht, die mich doch am meiſten haͤtte beruhigen ſollen, machte mich zittern.
Es mochte etwa zwei Uhr in der Nacht ſeyn, ſo kam ich an einen kleinen, einſamen Gaſthof, den mir mein Wohlthaͤter bezeichnet hatte. Furcht und Uebernehmen meiner Kraͤfte gleich beim Auswandern hatten mich ſchon wieder ſehr ermattet; ich bedurfte einiger Erqui⸗


