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ſelbe zuruͤck, rang die Haͤnde, jammerte laut, rief die Erde auf, ſich vor meinen Fuͤßen zu oͤffnen und mich zu verſchlingen, den Himmel, ſeine Wetter heraufziehen und mich treffen zu laſſen—: alles umſonſt; die Natur blieb in ihrem ſanften Schlummer, der Mond zog ru⸗ hig ſeine Bahn weiter, kein Laut war durch die ganze Schoͤpfung zu hoͤren! Indem kam mir der Gedanke, im Kloſter nun bald ver⸗ mißt, verfolgt, eingeholt zu werden. In der gewaltſamen Spannung, worin ich war, wurde der Gedanke augenblicklich zum Bilde: ich glaubte das Geſchrei der Nonnen im Kloſter, im Garten, glaubte die Stimmen meiner Ver⸗ folger ſchon auf der Straße zu hoͤren; das gab mir neue Kraͤfte. Ohne mir meiner klar bewußt zu werden, lief ich auf einem Rain zwiſchen Saatfeldern hin, und bemerkte erſt ſpaͤt, daß dieſer Pfad nicht weit gefuͤhret hatte, ſondern ich mit unbegreiflicher Kraft ſchon eine weite Strecke mich durch umgepfluͤgtes Ackerland gearbeitet, und einen nicht unbe⸗ traͤchtlichen Berg groͤßtentheils erſtiegen hatte.
Ich ſetzte das Letzte dran, die Hoͤhe vollends
Selene V. Heft. 3
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