Teil eines Werkes 
3. Bd. (1815)
Entstehung
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andern Seite mich herunter ließ, und gluͤcklich zum Boden kam.

Jetzt flog ich durch die Gaͤnge des Gartens, und ſchluͤpfte durch die Buͤſche, wie ein Streif⸗ wind. Ich kam zur Pforte, zitternd verſuchte ich den Schluͤſſel er that ſeine Dienſte, ich eilte hinaus und ſchloß hinter mir ab.

Gott, wie war mir, als ich mich nun außer⸗ halb der Mauern, und vor mir ausgebreitet die ſtille, freie Ebene ſahe, welche von ſanften Blik⸗ ken des Mondes lieblich erhellet wurde! Als haͤtte ein Felſengebirge bisher meine Bruſt ge⸗ preßt und waͤre nun plͤtzlich herabgewaͤlzt wor⸗ den ſo erleichtert fuͤhlte ich mich, ſo frei und tief konnte ich nun athmen. Ich erhob meine gefaltenen Haͤnde dem Monde entgegen, ſeinem Schoͤpfer fuͤr meine Rettung zu dan⸗ ken. Worte hatte ich nicht auch nicht ein⸗ mal in Gedanken hatte ich Worte: es war gleichſam nur die Muſik eines Gebets, was ich gen Himmel ſandte. Tief athmend ſetzte ich mich auf einen Stein, einige Minuten Kraͤfte zu ſammeln.

Ich brauchte dieſe nur allzunoͤthig: noch