Teil eines Werkes 
2. Bd. (1815)
Entstehung
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Schiller nannte ſeine Jungfrau von Orleans ein romantiſches Trauerſpiet, und mit vollem Rechte. Schon die Hauptfigur, die prunk⸗ loſe, aber gottbegeiſterte, friedlich ſchwache, aber ſiegreiche, reizende, aber Liebe verſchmaͤ⸗ hende Jungfrau, iſt ein voͤllig romantiſcher Charakter. Der Gegenſatz des Idealen und Realen, welcher durch das ganze Schauſpiel durchgeht, der Sieg des Idealen und der ge⸗ heimnißvolle Tod des Schoͤnen haͤlt das Ganze durchaus romantiſch; auch die Begebenheiten wechſeln dem romantiſchen Charakter gemaͤß. Ueberhaupt iſt der romantiſche Geiſt faſt allen Gedichten Schillers eigen, und wenn unſre Vergleichung des Schoͤnen mit dem Licht und des Romantiſchen mit der Farbe nicht unpaſ⸗ ſend iſt, ſo ſcheint des Dichters Diſtichon:

Wohne du ewiglich Eins dort bei dem ewiglich Einem, Farbe, du wechſelnde, komm freundlich zu Menſchen herab,

feine Vorliebe fuͤr das Romantiſche im Bild anzuzeigen.