Selene— ſo ſagt die Fabel des Alter⸗ thums— dankte ihren Urſprung der Liebe
Zeus zu der Titanide Leto. Eiferſuͤchtig be⸗ ſchloß Here die Nebenbuhlerin zu verderben. Die Erde und alle Inſeln des Meers mußten ihr ſchwoͤren, der bald Gebaͤrenden weder Zu⸗ flucht zu goͤnnen, noch ihre Geburt aufzuneh⸗ men. Ares war Zeuge des Schwurs und drohete den Widerſpenſtigen mit dem Zorn der Goͤttin. Dann rief Here den Drachen Py⸗ thon, eine giftige Sumpfgeburt, erzeugt in den Thaͤlern des Parnaß, aus dem Schlamm der Deukalioniſchen Fluth, und befahl ihm, die Fluͤchtige zu verfolgen. So irrte dieſe huͤlflos und verſcheucht von Land zu Land, bis endlich Zeus aus dem Grunde des Meers eine Inſel neu emporſteigen ließ, welche, durch jenen Eid Selene I. Heft. I


