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Geſicht und ſaß ſo während einer langen Weile unbeweg⸗ lich; dann umarmte er ſeine Frau und Schweſter.
Die weitere Reiſe ging glücklich von ſtatten, und Alle langten wohlbehalten in der neuen Heimath an, die Julie und ihr verſtorbener Mann ſchon ſo freundlich hergerichtet hatten. Wie ſie dort lebten, hat man ja ſchon geſehen; das reinſte Glück blühte ihnen allmählich immer mehr auf, und ſo iſt es bis auf die neueſte Zeit geblieben.
Anfänglich nahm Victor nur die ziemlich große Land⸗ wirthſchaft ſeiner Schweſter wahr; ſpäter kaufte er noch Ländereien dazu, legte verſchiedene praktiſche Etabliſſements an und erwarb ſich ſelbſt ein anſehnliches Vermögen. In fleißiger Thätigkeit und innerer Zufriedenheit konnte er
bald perſönlich auf die früheren Stürme ſeines Lebens zu⸗
rückblicken. Julie dachte nicht daran, ſich je wieder zu verheirathen, und befindet ſich glücklich inmitten der nun vergrößerten Familie ihres Bruders. Mit ihrer Mutter ſind ſie nie in Verbindung getreten, auch nicht, als ſie Graf Bielinski's Tod erfuhren, der Victors Gewiſſen nicht be⸗ laſten konnte; die Fürſtin hat ſich auch nie an ſie gewandt und ſich um eine Verſöhnung bemüht.
Vielleicht wird ihr das Gewiſſen erſt in ihrer Todes⸗ ſtunde ſchlagen; einſtweilen iſt ſie eine außerordentlich


