Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
Entstehung
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gleich eine große unruhige Bewegung erkennen; die Rei⸗ ſenden blieben darüber nicht lange in Zweifel; vor acht Tagen war die junge Herzogin nach ſchwerem Leiden, die ſie mit Engelsgeduld ertragen haben ſollte, geſtorben, und 8 heute ſollte ihre Leiche feierlich beigeſetzt werden. Victor konnte ſeine tiefe Erſchütterung nicht verbergen; die Frauen ehrten ſeine Gefühle, die ihnen längſt kein Ge⸗ heimniß mehr waren, und ſchlugen, um ihn von größerer Aufregung zu erſparen, vor, ſofort weiter zu reiſen, aber er wollte noch wenigſtens den Sarg ſehen, der die irdiſche Hülle der ihm einſt ſo Theuren umſchloß. Die Erfüllung dieſes traurigen Wunſches war ihm leicht gemacht, denn der pomphafte Leichenzug ging dicht unter den Fenſtern des Hotels vorüber, in dem ſie ihre Wohnung genommen hatten. Der Herzog und die verwittwete Herzogin⸗Mutter folgten perſönlich; Letztere war offenbar tiefſchmerzlich nie⸗ dergedrückt, Erſterer hatte auch eine Miene angenommen, die Trauer ausdrücken ſollte, aber man konnte ohne große Mühe bemerken, daß ſolche ihm nicht im Herzen ſaß. Er verheirathete ſich nachher auch bald wieder.

Was Victor anbetraf, ſo wandte er ſich vom Fenſter ab, als der Sarg vorüber war, deckte die Hände über das