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Haar und hellen blauen Augen, aus denen das mütter⸗ liche Glück ſtrahlt, liebevoll ſorgſam damit beſchäftigt, einem allerliebſten kleinen Mädchen, das jetzt etwa andert⸗ halb Jahre alt ſein mag, aber ſchon verſpricht, dereinſt ihr Ebenbild zu werden, das Gehen zu lehren, und wie das Kind in heller Freude aufjauchzt, wenn ihm ein paar Schritte gelungen ſind und es in die ausbreitenden Arme der Mutter zurückgekehrt iſt, ſo wendet ſich dann auch die Letztere mit ſeligem, ſtolzen Lächeln zu den beiden Anderen, die ſie und das Kind mit dem freudigſten Intereſſe beobachten.
Der junge Mann, der einen leichten Jagdanzug trägt, ſcheint bisher in Papieren gearbeitet zu haben, die vor ihm auf einem Tiſchchen liegen, an dem er ſitzt. Er ſieht noch ein wenig bleich aus, auf der hohen Stirn haben ſich auch leichte Falten gebildet, welche die Zeit wohl nicht wieder verwiſchen dürfte, aber die Röthe der Wangen, die friſche Geſundheit und volle jugendliche Kraft wird ſie gewiß bald wiederherſtellen, das beweiſt ſchon der ruhige, ſichere Blick, der auf Friede und Freude des Gemüths deutet.
Die andere anweſende Dame, die nicht weit von ihm auf einem Gartenſtuhle Platz genommen und die feinen Hände mit einer Stickerei in den Schoß ſinken gelaſſen hat,


