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vorgenommen hatte, aber ein weiches, verſöhnliches Gefühl verleugnete ſich dabei doch nicht gänzlich.
Als Fürſtin Mathilde dieſen Brief erhielt, befand ſie ſich gerade in der vorher geſchilderten Stimmung; die Rückkehr ihres Sohnes war ihr daher eigentlich willkommen, nur die Begleitung ſeiner Frau höchſt ſtörend. In ihrer Ueberraſchung wußte ſie nicht ſogleich zu ſinden, wie ſie ſich am richtigſten zu benehmen habe; jedenfalls that ſie klug daran, Graf Stephan Garnichts von dieſem Brieſe zu ſagen und ſich Zeit zur Ueberlegung zu laſſen.
Es erſchien ihr dringend nothwendig, mit ihrem Sohne Rückſprache zu nehmen, ſich auch in verſöhnlicher Weiſe ſeines Beiſtandes zu verſichern; aber ſie wußte auch recht gut, daß er nie in eine Verſöhnung willigen werde und könnte, wenn ſie ſeine Frau davon auszuſchließen verſuchte, — und welche Demüthigung für ſie, jetzt, nachdem ſie ſich einmal ſo entſchieden ausgeſprochen hatte, Eva als ihre Tochter zu begrüßen!—
Sie beſtand einen ſchweren Kampf mit dieſen Zweifeln, und endlich entſchloß ſie ſich, alle bisherigen Rückſichten bei Seite zu ſetzen und Victor einzuladen, daß er— mit ſeiner Frau— zu ihr komme Das Antwortſchreiben, das ohne Graf Stephans Wiſſen abging, war ein Meiſterſtück
Grabowski, Schickſal und Schuld. III. 2


