Teil eines Werkes 
3. Bd. (1874)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

5

Ausgaben, freilich nur vorübergehend, unter ſeiner weiſen Leitung würden beide balb wieder in das Gleich⸗ gewicht kommen. Es traten dann Verlegenheiten ein, denen ſich nur dadurch abhelfen ließ, daß man bei Wucherern gegen die höchſten Zinſen große Summen aufnahm; die böſe Welt ſagte, der Direktor ſei ſelbſt der Darleiher und ſchlimmſte Wucherer, aber er verſicherte ſtets, er werde bei der ganzen Wirthſchaft ein armer Mann, und ſchob Mit⸗ telsperſonen vor..

Graf Bielinski glaubte ihm Alles oder auch nicht, aber er brauchte ihn und machte ſich dadurch immer mehr von ihm abhängig.

Fürſtin Mathilde war keine dumme Frau, früher hatte ſie einmal ganz gut zu wirthſchaften verſtanden, jetzt verblendeten ſie nur der wilde Taumel und ihre Leiden⸗ ſchaften. Endlich mußte ſie doch einmal klarer ſehen, und nun erſchrak ſie ſelbſt. Hinter dem Rücken ihres Schwieger⸗ ſohnes ließ ſie eines Tages den Güterdirektor zu ſich kommen und ſich eine Generalberechnung vorlegen.

Die Folgen dieſer Verhandlung waren ziemlich heftige Scenen ſowohl mit dem Direktor, als nachher mit ihrem Schwiegerſohne. Sie begriff oder ahnte wenigſtens die Unredlichkeit des Erſteren, aber theils hatte ſie keinen