Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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hrrjage Züge und erzählt dann mit ungewohnter Ge⸗

ſprächigkeit die Geſchichte von der ſchönen Förſterstochter Marie Theißen und ihrem gräflichen Liebhaber, während die rothwangige Hausfrau in ihrer wirthſchaftlichen Ge⸗ ſchäftigkeit inne hält, ein paar Schritte näher tritt und lächelnd aufmerkſam lauſcht. Weit und breit herum nennt man Graf Egmont Eldor einen glücklichen Mann und thut recht daran, denn Liebe, gegenſeitige Achtung und Ver⸗ trauen wohnen in ſeinem Hauſe, und ſeine Unterthanen, deren Vater er im vollſten Sinne des Wortes iſt, blicken mit unbegrenzter Anhänglichkeit zu ihm, ſeiner ſchönen, ſanften Gattin und dem blühenden Knaben empor, der einſt hoffentlich ein würdiger Nachfolger ſeines Vaters werden ſoll. Der Graf iſt ſo glücklich in ſeinem Hauſe, daß er es faſt gar nicht verläßt, und wenn man ſeine ſtets heitere Stirn ſieht, ſcheint es, als ob er die Geſell⸗ ſchaft nicht beſonders ſchmerzlich vermiſſe.

Gräfin Eleonore iſt vor einigen Jahren geſtorben, nachdem ſie ihren höchſten Wunſch hat in Erfüllung gehen ſehen, daß nämlich ein ſchützender guter Engel Egmont auch nach ihrem Tode umſchwebe, der ihn fern von den Verſuchungen der Leidenſchaft halte; mit vollem Vertrauen hat ſie ſein Glück in Händen gelaſſen, die es ſorgſam tra⸗ gen werden.

Der alte Theißen jagt und brummt noch immer u