Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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kommnen, als ſie Egmont ihren Wunſch, ihn aufzuſuchen, mittheilte, ſondern ſie gedachte ihn auch auf die Ueberra⸗ ſchung, die ihm das Wiederfinden ſeiner Mutter bereiten mußte, vorzubereiten. Sie begann daher bald:

Auch Dir, mein guter Wilm, iſt eine freudige Ueberraſchung zugedacht, denn des Himmels Fügung hat uns eine Entdeckung machen laſſen, die von Dir mit Ent⸗ zücken begrüßt werden wird. Der Vater hat mir ſchon erzählt, welche Abſichten Du haſt und daß Du uns auf⸗ längere Zeit zu verlaſſen gedachteſt; dies wird nun wohl nicht mehr nöthig ſein, beſter Wilm

Meine Mutter? ſtammelte Wilm in höchſter Auf⸗ regung, Marie ungläubig anblickend.

Sie lebt, Wilm, und Du wirſt ſie in Kurzem ſehen, vielleicht ſchon in den nächſten Tagen, Umſtände verhin⸗ dern, daß dies früher geſchehen kann, erwiederte Marie. Indeſſen beunruhige Dich nicht, Wilm, ſie iſt wohl und ſieht dem Wiederſehen mit eben ſo innigem Sehnen als Du vermuthlich entgegen.

Wilm war außer ſich; er beſtürmte die junge Gräfin, vor der er gegen ihren Willen ſonſt immer eine gewiſſe Zurückhaltung äußerlich anzunehmen für gut befunden

hatte, jetzt mit Fragen und den dringendſten Bitten, ihm nähere Aufſchlüſſe zu geben, aber Marie hatte ſchon genug