Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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Nein, Marie, ich verſpreche es Dir, wenn wir Breitenſee einmal verlaſſen, um draußen neue Geiſtes⸗ nahrung zu ſchöpfen, ſo wollen wir uns um die Menſchen nicht kümmern und ſie an uns vorübergehen laſſen, nur Gottes ſchöne Natur genießen, die uns reichlich genügen wird, meinte Egmont. 3

Es verſteht ſich von ſelbſt, daß ſich dieſe Vorſätze des jungen Paares nur auf die ſogenannte große Geſellſchaft, die eine abgeſchloſſene Kaſte für ſich bildet, beziehen konnten, daß die Theilnahme an der Menſchheit insgemein in ſo warmen, edlen Herzen nicht vollſtändig hatte erkalten können.

Die nächſten von Breitenſee eingehenden Briefe brachten Egmont neben den herzlichſten Glückwünſchen für ſich und Marie, auch die Nachricht, daß Franz Wernecke, augenſcheinlich in dem Verſuche, ſeinem Rachegefühle zu genügen, durch eigene Unvorſichtigkeit den Tod gefunden hatte. Die beiden Gatten fühlten ihre Bruſt wieder von einer Sorge erleichtert, denn ſie hatten geahnt, daß Franz ſeine Abſichten, ihnen auch ferner zu ſchaden, vielleicht gar durch ein blutiges Verbrechen, nicht aufgeben würde, ſo lange er lebte; dennoch bedauerten ſie den Menſchen, der eine ſo wichtige Rolle in ihrer Beider Schickſal geſpielt und den falſches Ehrgefühl und ungezähmte Leidenſchaft ſo weit auf der Bahn des Böſen getrieben hatten; weder 13*