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ehrung auf ihr ruhenden Blicke mit Entzücken gewahren und ſich deuten, und eine frohe Hoffnung, wieder glücklich, beneidenswerth in ſeinem Beſitze zu werden, kehrte in ihr Herz ein, das ſchon einmal daran gezweifelt hatte; Marie dachte nicht mehr, wie vor ihrer Krankheit, an den Tod, ſie wollte leben und die höchſten Freuden des Lebens genießen.
Aber ſie gedachte dieſe nicht im Geräuſche der Welt zu ſuchen, die ſich ihr durch das Beſtreben, Egmont von ihr zu trennen, verhaßt gemacht hatte; die ſchwer errunge⸗ nen Erfahrungen waren zu trübe, als daß Marie ſich von Neuem einer Gefahr ausſetzen mochte. Alle ihre Wünſche
waren nur auf Breitenſee, überhaupt die Güter ihres
Mannes, gerichtet; dort wollte ſie in beſcheidener Häus⸗ lichkeit, liebend und wieder geliebt, leben, und wie es ihr
milder Sinn verlangte, zum Wohle der Menſchen, die ihr
bisher nur wehe gethan hatten, wirken. Sie ſprach ſich hierüber gegen Egmont aus, und ſie war beglückt, ihre Anſichten und Gefühle von ihm getheilt und mitempfunden zu ſehen.
„Wir werden nie wieder reiſen, Egmont, nie die Ge⸗ ſellſchaft aufſuchen, die unter künſtlich angenommenem Glanze ein tiefes Elend in ſich birgt und eine Freude daran hat, die wirklich Glücklichen auch in daſſelbe zu ziehen?“ bat ſie ihren Gatten.


