Teil eines Werkes 
2. Bd. (1858)
Entstehung
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war man eben ſo wie überall in Unwiſſenheit; Ida war des feſten Glaubens, es habe ein Streit zwiſchen der Gräfin und ihrem Sohn ſtattgefunden und dieſer deshalb auf einige Zeit Breitenſee verlaſſen, und die Eltern, denen ſie Andeutungen darüber machte, waren derſelben Anſicht. Gräfin Eleonore ſcheute ſich, die Gilgenbruck'ſche Familie jetzt aufzuſuchen oder einzuladen, weil es dann zu pein⸗ lichen Erörterungen kommen mußte, ſie überdies auch Egmont verſprochen hatte, Niemanden von ſeiner Abſicht in Kenntniß zu ſetzen.

Indeſſen trafen der junge Graf und der Doctor wohlbehalten in der Hauptſtadt ein und begaben ſich ſo⸗ gleich zu des letzteren Schweſter. Die Freude der Lieben⸗ den fand faſt kein Maß, denn ſie hatten ſich jetzt länger als zwei Monate nicht geſehen und dies unter den ſchwan⸗ kendſten Verhältniſſen; der Doctor und ſeine Schweſter

waren tief gerührt von der innigen Liebe, die ſich in Beider

Weſen kundgab.

1 Marie hatte unter der ſorgſamen Aufſicht der Frau, der ſie bald mit herzlichem Vertrauen zugethan war, wirk⸗ lich bedeutende Fortſchritte gemacht, die Egmont und dem Doctor nicht entgehen konnten; ſie war eine ſtets willige und gelehrige Schülerin geweſen, und wirklich bedurfte s bei ihren natürlichen Anlagen nur einer leichten Mühe,

ihr den Umgangston zu lehren, wie ihn Egmont wünſchte;.