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dieſem Verhältniſſe halten ſolle, ſo zart und innig erſchien es ihm auf den erſten Blick auf die Liebenden; jetzt erſt begriff er Marien's unerſchütterliches Vertrauen zu Egmont und mußte ſich geſtehen, daß ſie Grund dazu habe, wenn Egmont nicht ein Meiſter in der Kunſt der Verführung ſei, wofür er ihn bei ſeinem ihm bekannten weichen, guten Herzen nicht halten konnte. Dennoch erſchien ihm das Vorhaben, Marie zu ſeiner Gattin zu erheben, unaus⸗ führbar, oder wenigſtens mit Schwierigkeiten verknüpft, zu deren Ueberwindung es noch mancher heißen Kämpfe bedürfen würde. Wäre der Doctor davon überzeugt ge⸗ weſen, daß der junge Graf genug feſten Charakters fei, alle Hinderniſſe mit der Macht ſeiner Liebe zu beſiegen, ſo würde er ſeinem Vorhaben nicht ganz abgeneigt geweſen ſein, denn er hielt Marie für vollkommen würdig, Eg⸗ mont's Lebensgefährtin zu werden, und zweifelte nicht, daß es einer ſorgſam liebenden Hand auch bald gelingen werde, ihr die Erforderniſſe des höheren Standes, die doch nur in zu erlernenden Formen beſtehen, zu geben; aber der Doctor zweifelte an des jungen Grafen Ausdauer und fürchtete ſehr für Marie, die er ſchon wie ſeinen Schützling betrachtete. 33 Wie es beſtimmt worden war, fuhr Egmont am fol⸗ genden Tage, nachdem er von Marie heimlich einen rüh⸗ renden Abſchied genommen hatte, in Begleitung ſeiner


