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ſich ſelbſt einen verdrießlichen und peinlichen Kampf er⸗ ſparen, den ſeine Mutter und wohl auch ein größerer Theil ſeiner Standesgenoſſenſchaft gegen dieſe Heirath auf⸗ nehmen würden; er wollte ſein Glück in aller Ruhe ge⸗ nießen, und dazu mußte er ſich von den alten Erinne⸗ rungen möglichſt frei machen, ſuchte er doch auch für ſeine eigene männliche Thätigkeit einen Wirkungskreis, der ſich ihm in der deutſchen Heimath nirgends zu öffnen ſchien. Deshalb nahm er den Plan auf, zunächſt dazu angeregt durch einige jener vorerwähnten Kameraden, welche ihr ſpäter bitter getäuſchtes Vertrauen auf die Anerbietungen der braſilianiſchen Regierung geſetzt hatten, ſich mit ſeiner jungen Gattin nach jenem überſeeiſchen, mit ſo großen Naturreizen ausgeſtattetem Lande zu begeben, nicht aber in Dienſten von deſſen Regierung, ſondern in aller Unab⸗ hängigkeit. Hinreichend mit Mitteln verſehen, gedachte er ſich dort in beſter Gegend eine große Farm zu kaufen und ſich gänzlich der Landwirthſchaft zu widmen; er ſah dabei nicht allein einem glücklichen Familienleben entgegen, ſondern hoffte auch noch die Genugthuung zu erhalten, einer Anzahl von Offizieren und Soldaten der aufgelöſten Armee, für deren Schickſal er ſich beſonders intereſſirte und die ſich ihm gern anſchloſſen, eine ſorgenloſe, glückliche Grabowski, Schickſal u. Schuld. II. 14


