Teil eines Werkes 
2. Bd. (1874)
Entstehung
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einmal geſehen und geſprochen zu haben; dann blieb er auf ſeinen Zimmern und ſuchte keinen Bekannten auf; am Abende kehrte er wieder in die Straße, in der die Con⸗ ditorei lag, zurück, konnte ſich aber in ſichtlicher Unſicher⸗ heit nicht entſchließen, das Local zu betreten; mit unend⸗ licher Geduld wartete er, bis daſſelbe geſchloſſen wurde, ſah auch Eva herauskommen und den Weg nach ihrer Wohnung in Altona einſchlagen, folgte ihr in gemeſſener Entfernung, näherte ſich ihr aber nicht und redete ſie nicht an; es ſchien, als ob er den zu dieſer Stunde vielleicht gefährdeten Weg des jungen Mädchens nur bewachen wollte, um ihr nöthigenfalls zum Schutze zu dienen.

Eva verſchwand in einem ziemlich gut ausſehenden Hauſe, jedenfalls ohne ſeine Nähe zu ahnen, und ſeufzend kehrte

er um.

Am anderen Morgen war er ſchon früh auf demſelben Flecke; wer ihn ſcharf beobachtet hätte, mußte wohl be⸗ merken, daß er eine ziemlich ſchlafloſe Nacht zugebracht haben mochte. Er ſah trüber und ernſter wie ſonſt aus, und eine lebhafte Ungeduld ſpiegelte ſich in ſeinem ganzen Weſen wieder.

Eva trat zur beſtimmten Zeit aus ihrem Hauſe; in einiger Entfernung davon trat er zu ihr heran und begrüßte ſie; das junge Mädchen war zuerſt lebhaft erſchrocken, je⸗