Teil eines Werkes 
1. Bd. (1874)
Entstehung
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zärtlicher Fürſorge rieth, ſich nach der Anſtrengung des längeren Rittes und der Gemüthsbewegung frühzeitig zur Ruhe niederzulegen, dem abendlichen Geſellſchaftscirkel beizuwohnen.

Der Herzog war bald durch ſeine Gemahlin von dem wahren Sachverhalte in Kenntniß geſetzt worden und, ob⸗ gleich er anfänglich auch ein wenig erzürnt geweſen, nun ganz einverſtanden mit dem Benehmen ſeiner Schwieger⸗ tochter; es kam ihm garnicht einmal in den Sinn, dem Lieutenant Grafen Horneck einen Vorwurf zu machen und ihm ſeine Gunſt zu entziehen.

Alle fanden ſich bald darauf zu der gewöhnlichen Abendunterhaltung zuſammen, und bald lieferte das kleine Abenteuer der Erbherzogin vorzüglich den Stoff zum Ge⸗ ſpräche. Sie ſelbſt fand es zwar ihren Gefühlen wider⸗ ſtrebend, ſich weitläufig darüber auszulaſſen, aber Victor, der die Situation ſehr wohl begriff, bemeiſterte glücklich ſeine Verſtimmung darüber und erſtattete einen vollkommen wahrheitsgetreuen Bericht, den ſchließlich der von der Köhler⸗ hütte zurückkehrende Leibarzt beſtätigte.

Die Meinungen blieben deſſenungeachtet getheilt; die größere Partie bewunderte, wenigſtens ſcheinbar, das edel⸗ müthige Benehmen der Frau Erbherzogin gegen die armen