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als es eben die zu leiſtende Arbeit und die Bezahlung da⸗ für anbetraf. Der Köhler war nun eigentlich in einem der benachbarten Dörfer zu Hauſe, hatte daſſelbe aber ſchon ſeit Jahren nicht wiedergeſehen, als er ſeine Frau auf dem Kirchhofe begraben; mit der einzigen Tochter führte er ein förmliches Einſiedlerleben im Walde. Das Kind hatte nie Unterricht bekommen; es ſah nur Menſchen, wenn die Wald⸗ arbeiter Holz brachten oder Kohlen fortführten und wenn es Sonnabends aus der Unterförſterei den Lohn des Vaters abholte und die nothwendigſten Einkäufe im nächſten Dorfe machen mußte; die Kleine führte dem Vater eigentlich die ganze Wirthſchaft, wozu allerdings nicht viel gehören mochte.
Das war auch Alles ganz gut gegangen, ſelbſt im harten Winter, der noch ſchlimmere Entbehrungen jeder Art mit ſich zu führen pflegte, bis der Mann ſchwer er⸗ krankte— woran, das wußte ſie nicht anzugeben, denn ein Arzt hatte ſich bei ihnen noch nicht ſehen laſſen,— und arbeitsunfähig wurde; ſie hatte dies zwar dem Förſter gemeldet, derſelbe ihr aber weder Geld, noch guten Rath gegeben, ſondern kurz und rauh geſagt, der Vater ſolle ſich perſönlich bei ihm vorſtellen, wenn er wieder ar⸗ beiten könnte und wollte.
Seit dieſer Zeit waren ſie gänzlich hülflos geblieben


