Teil eines Werkes 
1. Bd. (1874)
Entstehung
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und ſtattlicher Mann in ſeinen Fünfzigern, kurz, alle ſeine Lebensverhältniſſe erſchienen auf das Höchſte be⸗ neidenswerth, da rief ihn der unerbittliche Tod ganz plötzlich ab. Er hinterließ eine um mehr als zehn Jahre jüngere Gemahlin, einen Sohn und eine Tochter im Alter von vierzehn und zwölf Jahren.

Der Schlag war für dieſe Familie ohne Zweifel ſehr hart, denn ein Band recht inniger Zuſammengehörigkeit hatte ſie umſchlungen; wenn bei einem ſo ſchweren Verluſte aber von einem Troſte die Rede ſein darf, ſo war derſelbe wohl darin zu ſuchen und zu finden, daß ihre äußeren Verhältniſſe geradezu glänzend genannt werden durften.

Wenn ſich die Augen eines fleißigen Familienvaters für

immer ſchließen, ſeiner treuen Fürſorge ein Ziel geſetzt worden iſt, dann müſſen ſich die Blicke der Hinterbliebenen nach zwei Seiten wenden: in das geöffnete Grab und in das friſchſtrömende Leben, deſſen Wogen ſie ja noch immer auf ſich tragen wollen; aber ſie bieten ihnen dann einen ſchweren Kampf dar und ebnen ſich meiſtens nicht bald und leicht. Der Vorzug des Reichthums geht doch noch über das Grab hinaus; ſein Bewußtſ ſein ſteht dem Sterbenden, der die Seinigen liebt, tröſten 1 5 Seite und kann auf die Lin⸗ derung des Kummers der Letzteren nicht ohne Einfluß bleiben.