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„Geh voraus zu Deinem Regiment, Horace,“ ſagte er, ſtehen bleibend,—„ich habe Madeleine noch einige Worte zu ſagen. Gott ſchütze Dich, Bruder, wenn es wirklich einen blutigen Straus giebt.“
Der Vicomte drückte warm die Hand des Freundes und eilte in das Haus zurück; Horace blickte ihm etwas verwundert nach, aber er beeilte ſich, den Sammelplatz des Corps zu erreichen, dem er ſich vor wenigen Tagen freiwillig angeſchloſſen hatte.
„Madeleine,“ ſagte Eugen, als er dieſe ohne Zeugen getroffen hatte,—„die Pflicht ruft mich in einem Augen⸗ blicke von Dir fort, der vielleicht für uns Alle ſehr gefähr⸗ lich werden kann. Ich kehre noch einmal, von bangen Ahnungen getrieben, zu Dir zurück, für den ſchlimmſten Fall eine Verabredung mit Dir zu treffen. Sollte es zum Gefecht kommen und Ihr erfahren, daß dieſes einen un⸗ glücklichen Ausgang für uns nimmt, dann ſuche die Vicom⸗ teſſe und Francaiſe zu bewegen, daß ſie ſich mit Dir ohne jeden Zeitverluſt nach dem Strande hinab und nach dem Fiſcherhäuschen, das links von dem gewöhnlichen Landungs⸗ platze der Böte liegt, begeben; wenn es möglich iſt, treffe ich Euch dort und ſorge weiter, ſo viel ich es vermag. Ich muß fort, Madeleine,— lebe wohl!“
Der Vicomte zog das junge Mädchen an ſeine Bruſt und drückte einen ſo langen Kuß auf ihre Lippen, als


