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Die Emigranten : historische Novelle / von St. Graf Grabowski
Entstehung
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ſie der flüchtigeren und wilderen eigenen Tochter Frangaiſe als Beiſpiel aufſtellte und ſie wie die eigene Mutter innig an ihr Herz drückte. Beide Kinder des Vicomtes, Horace und Frangaiſe, hatten von dem Vater einen heftigen, ſtürmi⸗ ſchen Charakter geerbt, deſſen Ausbrüche oft nur durch Strenge niedergehalten werden konnten; deshalb hatte man auch, nicht ganz ohne Erfolg, durch das Beiſpiel auf ſie einzuwirken geſucht und ſie ihre Erziehung und die Ver⸗ gnügungen der Jugend mit Madeleine und dem weich⸗ herzigen, ſanftmüthigeren Sohne eines befreundeten reichen Nachbars, des Vicomte Salvandy, unſerem Eugen, theilen laſſen. Dieſes ſtete Zuſammenleben der vier Kinder hatte ein inniges, und, wie die Vicomteſſe hoffte, dauerndes Freundſchaftsband um ſie geſchlungen; nur ungern ſchied Eugen jedesmal, wenn er auf kurze Zeit in das väterliche Haus zurückkehren mußte, von ſeinen Spiel⸗ und Unter⸗ richtsgenoſſen, und mit bitteren Thränen der Wehmuth in den Augen blickten dieſe noch lange dem von Ponteclauſe fortrollenden Wagen nach, der ihn ſeiner Heimath zutrug.

Daß Eugen ſich vorzüglich aber ſeiner kleinen Freun⸗ din Madeleine anſchloß, war bei der ſo vollſtändigen Ueber⸗ einſtimmung ihrer Charaktere natürlich; es leuchtete dies bei jedem kindiſchen Spiele, unter allen einigermaßen ernſteren Verhältniſſen klar hervor, und Madeleine fühlte es und war ſtolz darauf; ſo feſt ihr kleines Herz an Schloß Ponte⸗