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Die Emigranten : historische Novelle / von St. Graf Grabowski
Entstehung
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Mal vor längerer Zeit mit ihm zuſammengetroffen zu ſein, regte ſich mächtiger als zuvor. Auch ihm konnte dies nicht entgehen, und mit einem zufriedenen Lächeln fuhr er fort:

„Darf ich hoffen, daß Mademoiſelle ſich noch der

ſchon längſt verfloſſenen Tage erinnert, die ſie auf Schloß

Ponteclauſe zubrachte, und Deſſen, der ſich damals zu

ihren Jugendfreunden zählen durfte?“

Wie ein Blitzſtrahl zuckte die angeregte Erinnerung 4

durch Madeleine; im Augenblicke war es ihr klar geworden, was ſie bisher ſo räthſelhaft bewegt hatte und wen ſie vor

ſich habe, aber die Ueberraſchung, dieſen hier zu ſehen, war

1 mächtig, daß ſie nur ſtammelnd die Worte hervorbringen onnte:

„Eugen?— Herr Vicomte?“

„Vicomte Salvandy,“ ergänzte der junge Mann heiter, aber in gedämpften Tone und, auf Madeleine zu⸗ gehend und vertraulich ihre Hand faſſend, die ſie ihm nicht entzog, ſetzte er hinzu:—„oder beſſer Eugen, wie Sie mich früher nannten;— aber ich darf Sie wohl bitten, den erſteren Namen nicht laut zu nennen?“

Madeleine war tief erſchüttert und nicht im Stande,

ihren Gefühlen Worte zu geben; dieſe ſchienen zwiſchen Freude und ängſtlicher Beſtürzung zu ſchwanken, und als ſie ihre großen, dunkeln Augen feſter auf den Jüngling

heftete, konnte man in dieſen eine gewiſſe Befremdung 3

1859. VIII. Die Emigranten.