Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

187

um Ihnen die beſte und hübſcheſte aller Schwiegertoͤchter zurückzubringen.“

„Um Vergebung,“ verſetzte die ſchlaue Gräfin mit einem Lächeln,„ich kann Dein Vermächtniß nicht annehmen. Ich habe ebenfalls meine Pflichten zu erfüllen. Ich muß nach Ehrenſtein zurückkehren, wie es einer haushälteriſchen Wittwe geziemt, und das alte Schloß in Ordnung ſetzen zum Empfang ſeiner neuen Burgfrau. Es iſt unmöglich, mich genug der Ehre einer ſo glücklichen Verbindung wurdig zu zeigen.“

„In dieſem Falle müſſen Sie ſich nach irgend einer hochgebornen Stiftsdame umſehen, um an Ihrer Stelle dieſen vornehmen Fremden die Honneurs des Landes zu machen,“ entgegnete ihr Sohn, kaum im Stande, ſein Entzücken über den mütterlichen Eifer, mit dem ſie auf ſeine glücklichen Ausſichten einging, zu verbergen.

„Nach einer Stiftsdame?“ erwiederte die Gräfin, indem ſie verächtlich einige zurückgebliebene Körner von Oſaley's unvergleichlichem Macuba von ihren dürren wachs⸗ gleichen Fingern entfernte.„Mein theurer Sohn, Du biſt entweder der liſtigſte oder ſinnreichſte Deines Geſchlechtes, da Du Unwiſſenheit darin affektirſt, daß ſelbſt eine Mark⸗ gräfin oder Großherzogin allen Reiz in den Augen dieſer Ladies verlieren würde, wenn ſie nicht mit einem unver⸗ heiratheten Sohne begabt iſt. Bilde Dir nicht ein, daß die arme alte Gräfin von Ehrenſtein Milady Maitland und ihre Töchter veranlaßt haben würde, von Tag zu Tag drei ſteile Treppen im Hotel zu den vier Jahreszeiten hinanzuklimmen, hätten ſie nicht das Herz und die Grafen⸗ krone ihres Sohnes und Erben für frei gehalten.“

„Immer dieſe Maitlands!“ rief Oſaley, die Achſeln zuckend;„wann werden meine ſchönen Landsmänninen endlich einmal aufhören, ſich durch dieſe Ehemanns⸗Jagden und Kreuzzüge herabzuwürdigen!“

„Das iſt ganz allein der Fehler Eurer Inſtitutionen, mein guter Sir,“ entgegnete die Wittwe ſententiös;„das