Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1846)
Entstehung
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ſie immer noch Spuren von Schönheit zeigte, ſo hatte ſie doch längſt ſchon das fünfzigſte Jahr überſchritten, und jene heftige Bezeigung mütterlicher Liebe, welche den Herzen jüngerer Mütter entflammt, war von einer verwittweten Matrone nicht zu erwarten, in welcher ein Leben der ſtrengſten Einſamkeit die Abſicht beſtärkte, aus welcher ſie zu ihrer Wahl geleitet worden war. Baſil war auch nicht ihr einziges Kind; denn ſie hatte eine Tochter, welche zwoͤlf Jahre älter war, als jener. Dieſe Tochter hatte ſich jung verheirathet und im Norden angeſiedelt; ſie war jetzt ſelbſt die Mutter einer zahlreichen Familie, und da ſich ſeit dieſer Heirath Lady Annesley und Mrs. Vernon nie mehr begegnet hatten, ſo mag dieſes auch dazu beige⸗ tragen haben, daß die mütterlichen Gefühle der Wittwe des Sir Bernhard nicht ſehr lebhafter Natur waren. Sie hatte ſich augenſcheinlich nie wieder von dem Schlage er⸗ holt, welchen ihr jener frühzeitige Tod verſetzt hatte.

Baſil dachte ungeachtet des Anſcheins anders. So wenige Mittheilungen ſie machte, hatte es doch Augen⸗ blicke gegeben, in welchen er entdeckte, daß die mit Thraͤnen gefüllten Augen ſeiner Mutter auf ſein Geſicht, gleichſam heimlicher Weiſe, gerichtet waren. Bei einer Gelegenheit, als ſie ihm die Erlaubniß zu ſeiner Abreiſe nach Harrow mit ihrem gewoͤhnlichen Ernſte gegeben hatte, und er eine Viertelſtunde ſpäter zurückzukehren gezwungen war, um einen Brief an Dr. Butter zu ſuchen, welchen er zurück⸗ gelaſſen hatte, fand er ſie, als er in ihr freudloſes Geſell⸗ ſchaftszimmer eintrat, ihr glühendes Geſicht in den Kiſſen des Sophas verbergend und ſchluchzend, wie wenn ihr Herz brechen wolle. Als ſie ſeine Anweſenheit bemerkte, ſchalt ſie, wie wenn ſie darüber erzürnt wäre, daß er Kenntniß von ihrem Schmerze erlangt, ihn bloß wegen. ſeiner Sorgloſigkeit, erneuerte aber ihre Zärtlichkeit beim Abſchiede nicht.

Seiner Schweſter konnte er ſich kaum mehr erinnern. Sie war in ſeines Vaters Familie erzogen worden, und

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