Teil eines Werkes 
5. - 7. Bdchn (1845)
Entstehung
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80 Fuß lang wie die, welche ich von hier aus ſehen kann, kühl, ruhig und einladend zum Studiren, wo bloß einige Bronze⸗Figuren, ein Paar prächtige Glo⸗ bus und die ſchönen Jaspis⸗Vaſen, die mein Gemahl von Petersburg hieher brachte, das Auge von den langreihigen, nüchternen Bücherſchränken und dem ſoli⸗ den Mitteltiſche, der mit Portefeuilles und Schreibma⸗ terialien bedeckt, abziehen. Wenn ich mir die halbge⸗ füllten und Baracken ähnlichen Bibliotheken einiger großen Häuſer, die ich in Rußland zu beſuchen Gele⸗ genheit hatte, ins Gedächtniß zurückrufe, ſo fühle ich mich gezwungen zu bekennen, daß wir hierin dem eng⸗ liſchen Muſter nur roh nachgeahmt haben, während wir ſie zu übertreffen glaubten.

Das Speiſezimmer iſt lang und einfach, wie ein Speiſezimmer ſein ſoll; das ſeinen Glanz von der Tafel, wie das Theater von der Bühne erhalten muß. Es iſt mit einigen Jagdſtücken von Snyders und Hon⸗ deköter, mit Portraits von dem verſtorbenen Lord El⸗ vinston, ſeiner Gattin und ſeinem Sohne geſchmückt; die übrigen Familiengemälde befinden ſich auf einem Gute in Schottland, welches die Wiege dieſes alten Geſchlechtes iſt.

Das Getäfel dieſes Speiſezimmers iſt von Eichen⸗ holz und reich mit Schnitzwerk verziert; ganz beſon⸗ ders aber iſt es das für die Feiertage vorbehaltene, welches dazu beſtimmt iſt, bei feſtlichen Gelegenheiten die Jagdbecher und goldenen Platten zu entfalten.

Als ich das erſte Mal in das Zimmer trat, hielt ich es für finſter und unfreundlich, und vermißte den Marmor und die Muſcheln, welche die Bankethallen meines eigenen Landes ſchmücken.

Eine momentane Ueberlegung und Elvinston's Erklärungen überzeugten mich, daß ein wärmerer Styl der Dekoration für dieſes Clima unpaſſend ſei, welches weder die in Rußland unentbehrliche Ofenwärme, noch viele Beachtung jener ſechs Monate bedarf, die leider,