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als die Sommer des Nordens ſind. Sie, theure Lady, welche ſich neben Deutſchlands Oefen nach den hellen Feuern von Paris, nach deſſen geiſtiger Freiheit und herzlichen Sitten zu ſehnen pflegten, welche ſeine Hei⸗ terkeit verdoppeln, werden vollkommen fühlen, was es für mich iſt, den harmoniſchen Lauten meiner Mut⸗ terſprache, den freundlichen Reizen des Lebens und dem Anblicke, und den Tönen der Luſt, welche in Pa⸗ ris den Sand des Stundenglaſes der Zeit in Goldſtaub verwandeln, wiedergegeben zu ſein.
Die Atmosphäre ſcheint nach der feuchten Luft in Schleſien ſo mild,— das Betragen eines jeden, dem ich begegne, ſo liebevoll, der Freundſchaftsbund mit allen ſeinen Mitgeſchöpfen ſo ganz angeboren, daß ich im Begriffe bin, der Meinung ſo vieler meiner Lands⸗ leute beizuſtimmen, welche das Elend der Verbannung empfunden haben, daß nämlich eine Stunde in Paris mit mehreren Jahren an einem andern Orte nicht auf⸗ zuwiegen ſei.
Ach! meine liebe Marguerite! Sie mögen wohl von dem Patriotismus der Schweizer und dem Ein⸗ drucke ſprechen gehört haben, den der Kuhreihen in fremden Ländern auf ihre Gefühle macht, aber glau⸗ ben Sie mir, das ſchrecklichſte Heimweh iſt dasjenige, welches Madame de Staöl veranlaßte, wenn ſie an ihrem ſchönen See zu Coppet nach der Goſſe der Rue du Bac ſeufzte, und das, ſo oft Sie mir die ſcan⸗ dinaviſchen Wälder von Schloß Rehfeld prieſen, mei⸗ nem thränenden Geiſtesauge die Wallnußbäume der Tuilerien zeigte, mit den muntern Kindermädchen zu ihren Füßen, und den grauen Holztauben, die um ihre WWipfel kreiſten.
Leben Sie wohl, meine theuere junge Freundin. Ihre Briefe machen mich glücklich, wenn ſie mir mit⸗ theilen, daß Ihr eigenes Glück geſichert iſt.
Wenn dieſer Brief in Ihre Hände kommen wird,


