Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1845)
Entstehung
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das ganze geerbte oder erſparte Vermögen des Fürſten Gallitzin übertrifft und deſſen Glück in einem unabhängigen Lande gleichfalls unabhängig iſt, ſtatt der Laune eines Autokraten in dem abſcheulichſten Clima von ganz Europa unterworfen zu ſein, tauſend⸗ mal glänzender find,— ſo trägt doch meine kleine Couſtne ihr Geſchick mit Ruhe, Gleichmuth und Be⸗ ſcheidenheit, während Ida ſich eine halbe Kaiſerin wähnt, weil ſie auserleſen wurde, die geſunkenen Ver⸗ mögensumſtände eines dürftigen Geſandten zu heben!— denn ſo iſt es ohne Zweifel. Ihr zukünftiger Geſandte iſt eines der armen Glieder jenes mehr als patriar⸗ chaliſchen Geſchlechtes der Gallitzin, das am Fuße des Theones anfängt und unter den laquais de places und den dvornicks oder Thürhütern endigt; und er iſt ſo weit entfernt davon, den Glanz ſeiner Ahnen wieder zuruck⸗ zurufen, daß die meiſten der hieſigen ariſtokratiſchen Häuſer ihn in dem Lichte eines politiſchen Abenteurers betrachten. Unter ſeinen Landsleuten würde es ihm ſchwer geworden ſein, eine ſchöne Gattin mit einem ſo beträchtlichen Brautſchatze zu erhalten, wie der iſt, zu welchem die Baronin ihren gelehrigen und gutmü⸗ thigen Herrn beredet hat, ſeiner Tochter mitzugeben.

Sie werden vielleicht überraſcht ſein, daß ſie, nachdem ſie ihn überredet hatte, nicht verſuchte, mit Sda's Hand ihren Sohn zu beglücken. Aber Baron von Rehfeld, obgleich er ſich zur Freigebigkeit durch die Ausſicht, ſeinem einzigen Kinde eine glänzende Stellung zu verſchaffen, bewegen ließ, würde ſie wahrſcheinlich nicht in einem ſolchen Grade wegen eines bloßen Gra⸗ fen Erloff geübt haben; ebenſo iſt es nicht wahrſchein⸗ lich, daß der Kaiſer auf Alexis Intereſſen ſo weit Rückſicht genommen haben würde, um ſich zu ſeinen Gunſten zu den Empfehlungen herabzulaſſen, welche er dem Fürſten zu Theil werden ließ.

Geſtehen Sie deßhalb zu, ſie habe am beſten ge⸗

Die Frau des Geſandten. I. 19