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und beinahe todtenbleich von Alteration. Schreckliche Nachrichten mußten ihr durch den Brief ihres Vaters mitgetheilt worden ſein. Die Gouvernante zitterte zu ſehr, um eine Frage hervorbringen zu können.
Während ſie ſich an der Seite ihres Zöglings niederſetzte und deren Hand in der ihrigen hielt, ſie mit Orangenwaſſer und andern ſtärkenden Mitteln beſprengend, die ſie ebenſowohl auch unaufgefordert angewendet haben würde, wurde die Thüre plötz⸗ lich aufgeriſſen und die alte Sara ſtürzte mit einem noch bleicheren Geſichte als das der jungen Gebieterin herein.
„Mein Kind, mein armes Kind!“ war alles, was ſie zu ſagen vermochte, indem ſie ſich vor Fräulein von Rehfeld niederkniete und die ſchönen Hände mit Thrä⸗ nen benetzte, ſie an ihre Lippen drückend.
„Was in Gottes Namen ſoll dies bedeuten!“ murmelte die erſtaunte Gouvernante.„Sprich, Sara — ſprich!“
„Es bedeutet,“ antwortete das zitternde Weib, ſich von ihren Knieen erhebend,„daß wir ſchändlich betro⸗ gen worden ſind! Rehfeld hat eine neue Herrin— der Baron eine neue Gattin erhalten. Hören Sie das Jauchzen im Hofe? der Courier hat die Neuigkeit eben verbreitet und dieſe undankbaren Leute halten es für ein freudiges Ereigniß!“
„Verheirathet!“— wiederholte Mademoiſelle The⸗ res, und wurde ſo bleich, als es ihr natürlicher kupfer⸗ farbiger Teint erlaubte.
„Verheirathet! Alle dieſe Tändeleien und dieſe Pracht,“ fuhr Sara fort und betrachtete die neuen Gegenſtände um ſich herum,„wurden herbeigeſchafft, die neue Baronin zu bewillkommnen. Schändlich— ſchändlich!“
„Es iſt allerdings etwas ſeltſam, daß der Baron von Rehfeld ſo wenig gewußt haben ſollte, was Pflicht gegen uns iſt, als uns erſt in der letzten Stunde A
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