Teil eines Werkes 
1. - 4. Bdchn (1845)
Entstehung
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angeſchrittene Erziehung oder mädchenhafte Eitelkeit zu verlangen ſchien. Eine Menge von Kiſten kam aus der Reſidenz, die neue Möbeln, neue Bücher und neue Inſtrumente, welche augenſcheinlich bloß für ihren Gebrauch beſtimmt zu ſchienen, nebſt einer großen Auswahl von Kleidern und anderem Flitterwerke ent⸗ hielten und an ſie adreſſirt waren.

Ida war nun die Glücklichſte unter den Glückli⸗ chen! Ihre Träume waren endlich auf dem Punkte, realiſirt zu werden.

Ihr Leben ſchien von jetzt an erſt zu beginnen. Tauſendmal des Tages umarmte ſie die alte Sara und forderte Mademoiſelle Moreau auf, an ihrer Freude Theil zu nehmen, und eben ſo wenig wurde die Gouvernante müde, die Lieblichkeit ihrer Schüle⸗ rin zu bewundern, die das erſtemal mit Gewändern nach der modernen Facon bekleidet war.

Fräulein von Rehfeld begann die Stellungen einer freundlichen Wirthin einzuüben, und ihre Lehrmeiſterin verſicherte ihr wiederholt, daß ſie die Honeurs des Schloſſes auf eine Weiſe machen würde, die geeignet ſei, ihren Vater beim erſtenmal zu befriedigen und ſeine hohen Gäſte zu bezaubern. 5

Als die liebliche Ida die Bildergallerie und den Salon durchwanderte, welch' letzterer, Dank ſei der

Freigebigkeit ihres Vaters, einiger Maßen das anzu⸗ nehmen ſchien, was nach Mademoiſelles Beſchreibung einenSalon comme il faute charakteriſirte, ſah ſie den Augenblick voraus, in welchem er mit einem be⸗ wundernden Zirkel angefüllt ſein, und wo jedes Auge auf die junge Erbin, den leuchtenden Stern aller die⸗ ſer Feſtlichkeiten, ſich richten würde. 3 An dem für die Ankunft des Grafen beſtimmten Tage hatte eine glühende Septemberſonne die Thürme des alten Schloſſes vergoldet, und das wohlgeordnete Immergrün auf der Terraſſe ſchien ſich zu bemühen, recht feſtlich und friſch dem beſondern Ereigniſſe zu