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aus kleinen, rothen Ziegelſteinen aufgeführt und mit Ouaderſteinen verziert. Daſſelbe behauptet, vermöge einer beſonders dichten Luft und der Regelmäßigkeit einer geordneten Wirthſchaft, bis zum heutigen Tage eine ſolche Friſche, als ob es blos auf der unſterblichen Leinwand des erwähnten Künſtlers exiſtire. Die Zeit hat an dem alten Hauſe wenig verändert, ſie gab ihm nur Barone, die ſich ſuccedirten, Wilhelme, Albrechte und Eberharde, als Beherrſcher, und fügte nach und nach ihre Portraits ſeiner Familiengallerie bei.—
Innerhalb dieſer wenigen Jahre war das Fort⸗ ſchreiten der Civiliſation in ſeinen Anordnungen wenig bemerkbar. Seit Guſtav Adolphs Truppen das Ge⸗ biet kurz nach der Erbauung des Schloſſes verheert hatten, hatte ſich nichts verändert, und Alles war noch daſſelbe, als die Heere Napoleons beim Anfange jenes Feldzugs, welcher dem militäriſchen Rufe des faſt ganz militäriſchen Brandenburgs eine ſo dauernde Scharte verurſacht hat, daſſelbe durchzogen.
Bei dieſer letztern Gelegenheit hatte jedoch das Haus von Rehfeld ein ſchreckliches Blatt in ſeinen An⸗ nalen vollzuſchreiben. Die junge Baroneſſe, auf dem Punkte, zum erſtenmal Mutter zu werden, wurde durch dieſen erſchütternden Vorfall und den Lärmen, der die monotone Ruhe dieſer ſtillen Einöde ſo ſeltſam ſtörte, ſo ſehr ergriffen, daß derſelbe Courier, der vor zwei Tagen in die Reſidenz geeilt war, um dem Grafen, welcher ſich dort in Verrichtung ſeiner Funktionen bei dem Großherzoge befand, die freudige Botſchaft zu bringen, daß er Vater einer Tochter ſei, ſeinen Weg
nun wieder dahin nehmen mußte, um die Nachricht zu
überbringen, daß der Körper ſeiner geliebten Agnes bereits im Sarge liege.
Dies war ein zweifacher Schlag. Der Baron hatte ſeine Hoffnung auf einen Erben geſetzt, und obgleich er der letzte Mann auf Erden war, der ſich durch einen
ſolchen Anhängſel hindern ließ, ſo war er doch Witt⸗


